Linke Hand juckt
Juckt die linke Hand, nimmt man Geld ein; juckt die rechte, muss man welches ausgeben. Diese Regel ist um 1880 aus Schwaan in Mecklenburg überliefert. Heute ist das vor allem ein Anlass, kurz über Einnahmen und Ausgaben nachzudenken.
Diese Seite beschreibt nur Volksglauben. Wenn das Gefühl immer wiederkommt oder dich beunruhigt, sprich bitte mit einer Ärztin oder einem Arzt.
Was es bedeuten kann
Ausgerechnet die Hand, mit der man zahlt und annimmt, hat im Volksglauben eine kleine Buchhaltung bekommen: links das Herein, rechts das Hinaus. Wer das Jucken so liest, denkt für einen Augenblick an Geld, ohne dass deshalb etwas geschehen muss. Darin liegt der eigentliche Nutzen. Es kann ein Anstoß sein zu prüfen, ob sich deine Ausgaben gerade stimmig anfühlen oder ob dich eine offene Rechnung beschäftigt. Andere Gegenden mögen die Seiten anders verteilt haben; entscheidend ist, was dir das Kribbeln gerade bewusst macht.
Je nachdem, wie du es erlebt hast
Die linke Hand juckt
Die linke Seite war in Schwaan die Seite fürs Einnehmen. Wer daran glaubt, wartet dann gern auf einen Brief oder eine Überweisung. Ob etwas kommt oder nicht: Das Kribbeln lenkt den Blick darauf, worauf du gerade wartest, und manchmal ist das gar kein Geld, sondern eine Antwort.
Die rechte Hand juckt
Nach derselben Regel hieß ein Jucken rechts: Es wird Geld ausgegeben. Das klingt nach Verlust, muss es aber nicht sein. Manche Ausgabe ist längst geplant und willkommen, etwa ein Geschenk oder eine Reise. Interessanter ist die Frage, ob du deine nächste Ausgabe selbst gewählt hast.
Beide Hände zugleich
Für diesen Fall nennt die Mecklenburger Quelle keine Regel. Wer beide Seiten spürt, kann es mit Humor nehmen: Geld kommt und geht, so wie im Alltag auch. Vielleicht ist es ein guter Moment, nachzusehen, wohin dein Geld zuletzt wirklich geflossen ist.
Warum es in der Natur passiert
Die Haut der Handflächen ist ständig im Einsatz: Wasser, Seife, Kälte und trockene Heizungsluft beanspruchen sie. Ein kurzes Jucken kennt fast jeder. Woher es im Einzelfall kommt, lässt sich von außen nicht sagen.
Was der Volksglaube sagt
Schwaan (Mecklenburg), um 1880
Jucken in der rechten Hand hieß, dass man Geld ausgeben muss; dasselbe in der linken Hand, dass man Geld einnimmt.
Quelle: Karl Bartsch, Sagen, Märchen und Gebräuche aus Meklenburg, Bd. 2 (1880), Bd. 2, S. 313, Nr. 1527. Seite ansehen
Zum Nachdenken
Welche Ausgabe der letzten Wochen hat sich für dich richtig angefühlt, und woran merkst du das?