Everyday Omens

Brot und Salz zum Einzug

Wer in ein neues Zuhause zieht, soll zuerst Brot und Salz über die Schwelle tragen, hieß es um 1880 in Schwaan in Mecklenburg. Im Erzgebirge trug man Brot, Butter und Holz voran, damit diese Dinge im Haus nie ausgingen.

Was es bedeuten kann

Der erste Gang in eine leere Wohnung ist ein besonderer Augenblick: Noch ist nichts eingeräumt, alles riecht fremd. Die alten Bräuche füllten diesen Augenblick mit einer klaren Handlung. Man trug nicht die schweren Möbel zuerst hinein, sondern das, was man zum Leben braucht. Bei einem Umzug lohnt es, sich selbst so ein erstes Ding auszusuchen und es bewusst als Erstes hineinzutragen. Schwaan begnügte sich mit zwei Dingen, Marienberg zählte acht auf.

Je nachdem, wie du es erlebt hast

Brot und Salz zuerst

In Schwaan galt: Ins neue Heim gehören als Erstes Brot und Salz. Heute bekommen Einziehende beides gern geschenkt; nach der alten Regel trugen sie es selbst über die Schwelle.

Brot, Butter und Holz

Im Obererzgebirge galt allgemein: Wer die Wohnung wechselt, soll zuerst Brot, Butter und Holz hineintragen, dann gehen sie einem dort nie aus. Ohne Holz für den Ofen war ein Haus im Gebirgswinter kaum bewohnbar.

Eine ganze Liste in Marienberg

In Marienberg zählte man noch mehr auf: Salz, Brot, Butter, Fleisch, einen neuen Besen, einen Lappen, eine Scheuerbürste und ein Waschfass. Hier ging es um alles, was man am ersten Tag für Essen und Sauberkeit braucht.

Regen beim Umzug

In Lauter im Erzgebirge freute man sich über Regen am Umzugstag: Dann sollten die Leute reich werden. Wer nasse Kartons schleppt, kann sich an diese Regel erinnern und dem Wetter etwas Gutes abgewinnen.

Hast du von Brot geträumt?Die Bedeutung im Traum, auf Night Symbols

Warum es in der Natur passiert

Brot und Salz gehörten über Jahrhunderte zu den Grundnahrungsmitteln. Salz machte Speisen haltbar und war nicht überall billig zu haben. Wer beides im Haus hatte, konnte sich zumindest einfach ernähren, und so liegt es nahe, gerade diese beiden Dinge an den Anfang zu stellen.

Was der Volksglaube sagt

Schwaan (Mecklenburg), um 1880

In eine neue Wohnung muss man zuerst Brot und Salz hineinbringen.

Quelle: Karl Bartsch, Sagen, Märchen und Gebräuche aus Meklenburg, Bd. 2 (1880), Bd. 2, S. 129, Nr. 533. Seite ansehen

Obererzgebirge, 1862

Wechselt man seine Wohnung, soll man zuerst Brot, Butter und Holz hineintragen, so wird es einem nie daran fehlen.

Quelle: Moritz Spieß, Aberglauben, Sitten und Gebräuche des sächsischen Obererzgebirges (1862), S. 34, Nr. 450. Seite ansehen

Marienberg (Erzgebirge), 1862

Andere nennen genauer: Salz, Brot, Butter, Fleisch, einen neuen Besen, einen Hader, eine Scheuerbürste und ein Waschfass.

Quelle: Moritz Spieß, Aberglauben, Sitten und Gebräuche des sächsischen Obererzgebirges (1862), S. 34, Nr. 450. Seite ansehen

Lauter (Erzgebirge), 1862

Wenn es bei einem Umzug regnet, werden die Leute reich.

Quelle: Moritz Spieß, Aberglauben, Sitten und Gebräuche des sächsischen Obererzgebirges (1862), S. 18, Nr. 191. Seite ansehen

Zum Nachdenken

Was wäre für dich das Erste, das einen fremden Ort zu deinem Zuhause macht?