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Hochzeit am Freitag

Eine Hochzeit am Freitag sollte nach Tiroler Glauben um 1870 Unglück bringen, während man den Freitag in Mecklenburg um 1880 für den geeignetsten Hochzeitstag überhaupt hielt. In Bretten in Baden schwor man auf den Donnerstag.

Was es bedeuten kann

Kaum eine Frage macht so deutlich wie die nach dem richtigen Hochzeitstag, wie verschieden Volksglaube sein kann. Was in einem Landstrich als ideal galt, war in einem anderen ein Unglückstag. Das kann entlasten, wenn du gerade ein Datum suchst: Es gibt nicht den einen richtigen Tag, sondern den, der für euch passt. Die Regeln reichen von Mecklenburg bis ins Trentino, sie widersprechen einander munter, und jede Familie setzt ihre eigenen Akzente.

Je nachdem, wie du es erlebt hast

Freitag in Mecklenburg

In Mecklenburg wurden Hochzeiten um 1880 in der Regel am Freitag gehalten; am Sonntag danach ging das Paar zur Kirche. Ausgenommen war nur ein Freitag, der auf den 13. oder 17. des Monats fiel. In der Gegend von Serrahn ließ man nur Freitag und Dienstag gelten.

Freitag in Tirol

In Tirol hielt man Trauungen am Freitag für unglückbringend und empfahl den Dienstag. In Palu im Trentino heiratete man gewöhnlich am Samstag, im Iseltal am Montag.

Donnerstag zur Mittagsstunde

In Bretten in Baden galt 1892 der Donnerstag als der rechte Tag, am besten mittags zwischen 11 und 12 Uhr und bei zunehmendem oder vollem Mond. Wer zu einer anderen Zeit Hochzeit hielt, konnte nach dieser Regel nicht auf Glück rechnen.

Mittwoch und Donnerstag

Ausgerechnet der Brettener Lieblingstag war in Nienhagen in Mecklenburg gefürchtet: Eine Hochzeit am Donnerstag sollte Unfrieden bringen, eine am Mittwoch eine Ehe, die getrennt wird. In Dömitz galten nur Montag, Dienstag und Freitag als günstig.

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Warum es in der Natur passiert

Welcher Wochentag sich für ein Fest eignete, hing früher stark von Arbeit und Kirchgang ab: Feldarbeit und der Sonntag als Ruhetag bestimmten den Rhythmus der Woche. Hochzeiten waren große Feste, und in Mecklenburg folgte auf die Feier am Freitag der Kirchgang des Paares am Sonntag. So wurde ein bestimmter Tag zur Gewohnheit und die Gewohnheit zur Regel.

Was der Volksglaube sagt

Tirol, um 1870

Hochzeiten sollen an Dienstagen gehalten werden; Trauungen am Freitag bringen Unglück.

Quelle: Ignaz Vinzenz Zingerle, Sitten, Bräuche und Meinungen des Tiroler Volkes, 2. Aufl. (1871), S. 19, Nr. 114. Seite ansehen

Palu (Trentino), um 1870

Hochzeiten werden gewöhnlich am Samstag gehalten; im Iseltal feiert man sie am Montag.

Quelle: Ignaz Vinzenz Zingerle, Sitten, Bräuche und Meinungen des Tiroler Volkes, 2. Aufl. (1871), S. 19, Nr. 115. Seite ansehen

Mecklenburg, um 1880

Die Hochzeiten werden meist am Freitag gehalten, am Sonntag danach ist Kirchgang.

Quelle: Karl Bartsch, Sagen, Märchen und Gebräuche aus Meklenburg, Bd. 2 (1880), Bd. 2, S. 59, Nr. 189. Seite ansehen

Mecklenburg, um 1880

Den Freitag hält man, sofern er nicht auf den 13. oder 17. des Monats fällt, für den geeignetsten Hochzeitstag.

Quelle: Karl Bartsch, Sagen, Märchen und Gebräuche aus Meklenburg, Bd. 2 (1880), Bd. 2, S. 59, Nr. 190. Seite ansehen

Serrahn (Mecklenburg), um 1880

Hochzeiten dürfen nur am Freitag und Dienstag gefeiert werden.

Quelle: Karl Bartsch, Sagen, Märchen und Gebräuche aus Meklenburg, Bd. 2 (1880), Bd. 2, S. 59, Nr. 191. Seite ansehen

Dömitz (Mecklenburg), um 1880

Zu Hochzeiten sind nur Montag, Dienstag und Freitag günstig.

Quelle: Karl Bartsch, Sagen, Märchen und Gebräuche aus Meklenburg, Bd. 2 (1880), Bd. 2, S. 59, Nr. 192. Seite ansehen

Nienhagen (Mecklenburg), um 1880

Eine Hochzeit am Mittwoch heißt eine Ehe, die getrennt wird, eine am Donnerstag Unfrieden.

Quelle: Karl Bartsch, Sagen, Märchen und Gebräuche aus Meklenburg, Bd. 2 (1880), Bd. 2, S. 59, Nr. 193. Seite ansehen

Bretten (Baden), 1892

Der rechte Hochzeitstag ist der Donnerstag, die beste Stunde mittags zwischen 11 und 12 Uhr, bei Vollmond oder zunehmendem Mond.

Quelle: Fridrich Pfaff, Sagen und Aberglauben aus Bretten, Alemannia XIX (1892), S. 163, Teil II, Nr. 1. Seite ansehen

Zum Nachdenken

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